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Ein Jahr voller Begegnungen und Zuversicht

Zwischen Chemnitz, Ehrenamt und Demokratie: Mein 2025

2025 war für mich ein Jahr voller Begegnungen, Dankbarkeit und Zuversicht – im Wahlkreis, in meinen Ehrenämtern und als Präsident des Sächsischen Landtags. Mehr denn je ist für mich spürbar, wie sehr unsere Demokratie vom persönlichen Gespräch, vom Zuhören und vom gemeinsamen Ringen um Lösungen lebt. Chemnitz war auch 2025 mein fester Anker, ob bei Bürgersprechstunden Begegnungen mit Engagierten in Vereinen, Kirchgemeinden, Jugendinitiativen und Nachbarschaftsprojekten. Viele Gespräche drehten sich um ganz konkrete Anliegen: gute medizinische Versorgung, bezahlbares Wohnen, starke Schulen oder die Zukunft unserer Wirtschaft in Stadt und Region. Diese Gespräche geben mir Orientierung und Mut.

Natürlich war für mich als Chemnitzer das Kulturhauptstadtjahr mein emotionaler Höhepunkt. Überall in der Stadt war die Energie zu spüren: auf dem KOSMOS-Festival, beim Garagencampus, auf dem PURPLE PATH oder in der Stadtwirtschaft – überall kamen Menschen zusammen, haben Ideen geteilt und unsere Stadt mit Optimismus erfüllt. Es hat mich bewegt, dass so viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer mit angepackt haben, Häuser geöffnet, Projekte ins Leben gerufen und Gäste aus ganz Europa willkommen geheißen haben. Besonders die vielen Volunteers haben dieses Engagement in besonderer Weise sichtbar gemacht. Ich empfinde großen Respekt für all jene, die sich in Sachsen ehrenamtlich engagieren.

Ehrenamt hat 2025 in meinem Leben noch einmal einen neuen, sehr persönlichen Stellenwert bekommen. Zum Beispiel als Präsident der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung und Vorsitzender des Kuratoriums „Tag der Sachsen“ durfte ich 2025 viele dieser engagierten Menschen treffen, die oft im Verborgenen Unglaubliches leisten. Beim Internationalen Tag des Ehrenamtes im Dezember war es mir deshalb wichtig, diese Menschen zu würdigen. Ihre Geschichten sind für mich Ansporn, die Rahmenbedingungen für Engagement weiter zu verbessern. Meine Mitwirkung im Kuratorium des Semperopernballs oder im Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. schärfen zusätzlich mein Bewusstsein, wie stark Kultur und Erinnerung unsere demokratische Haltung prägen.

Seit Oktober 2024 trage ich bereits die Verantwortung als Präsident des Sächsischen Landtags – eine Aufgabe, die mich demütig macht und zugleich jeden Tag neue Energie gibt. Dieses Jahr stand im Zeichen des Einspielens des neuen Parlaments, der Arbeit mit einer Minderheitsregierung und der Aufgabe, den Landtag als „lernendes System“ zu stärken, das auch in neuen Situationen handlungsfähig bleibt. Wichtige Entscheidungen wie die Wahl des Ministerpräsidenten, die neue Geschäftsordnung und der Doppelhaushalt 2025/2026 haben gezeigt, dass unser Parlament zu Kompromiss und Verantwortung bereit ist. Als Präsident ist es mir besonders wichtig, den Landtag als Ort der fairen Debatte, des Respekts und des offenen Austauschs zu schützen, gerade in einer Zeit, in der der Ton rauer wird und Vertrauen in Politik keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Nach einem Jahr im Amt durfte ich viele repräsentative und zugleich persönliche Momente erleben – etwa die Konferenz der Präsidenten deutschsprachiger Landesparlamente in Salzburg, bei der ich den Sächsischen Landtag international vertreten durfte. Besonders eindrücklich war der „Tag der offenen Tür“ im Oktober, an dem hunderte Bürgerinnen und Bürger den Landtag besucht und sich mit Abgeordneten ausgetauscht haben. Dieser offene, respektvolle Dialog ist für mich das Herz jeder demokratischen Kultur. Ich habe erlebt, wie lebendig unser Parlament sein kann, wenn wir die Türen öffnen und den Menschen zeigen: Der Landtag gehört Euch. Denn Demokratie lebt nicht nur in den Plenarsälen, Satzungen oder Gesetzen, sondern im täglichen Miteinander – am Gartenzaun, im Verein, im Betrieb, in der Schule. Deswegen suche ich bewusst das direkte Gespräch: bei Besuchen in Schulen und Unternehmen, bei Bürgerforen oder einfach beim zufälligen Treffen auf dem Markt. Jedes offene Wort, jede kritische Nachfrage und jede konstruktive Idee ist für mich ein Zeichen von Vertrauen. Sprecht mich daher gern an und vereinbart einen Termin mit meinem Büro.

Für 2026 wünsche ich mir, dass wir diesen Weg weitergehen: im respektvollen Austausch, mit klaren Haltungen, aber immer mit der Bereitschaft, einander zuzuhören – für Chemnitz, für Sachsen und für eine starke, widerstandsfähige Demokratie.